Episode 4: „Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr leugnen? – Der Koran als Klangoffenbarung“

Shownotes

Ein Dank geht an Imam Ridvan Sarikaya, der die Sure Ar-Rahman für diesen Podcast rezitiert hat.

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00:00:29: Auszug Ausure fifty-fünfzig, der Allerbarmende.

00:00:35: Im Namen Gottes des Allerbarmenden und beim Herzigen Der Allerbaumende.

00:00:41: er hat den Koran gelehrt dem Menschen erschaffen ihm die klare Rede gelehrtt.

00:00:49: Sonne und Mond gehen nach Berechnung Die Sterne und die Bäume werfen sich nieder.

00:00:55: Den Himmel hatte er emporbehoben und die Waage aufgestellt.

00:00:59: dass ihr beim Wägen nicht gesetzlos handelt, setzt das Gewicht gerecht und geht bei der Waage nicht weniger.

00:01:07: Die Erde hat er für die Geschöpfe angelegt – auf ihr gibt es Früchte und gibt Palmen mit Fruchthülle, das Korn auf Halmen und die duftenden Kräuter!

00:01:20: Welche Wohltat neures Herrn wollt ihr denn leugnen?

00:01:24: Er hatte Menschen aus Ton erschaffen wie Töpferwarel Aus hell, lodern dem Feuer.

00:01:31: Welche Wohltaten eures Herrn wollt ihr denn leugnen?

00:01:36: Der Herr des Ostens und des Westens!

00:01:39: Welche Wohtaten eure Herren wollt ihr den leugn'en?

00:01:42: Er hat die beiden Meero strömen lassen, da sie einander treffen.

00:01:47: Zwischen ihnen ist eine Schranke, sodass sie nicht ihre Grenzen überschreiten.

00:01:52: Welcher Wohltat neures Herrn wollt ihr denn legn'?

00:01:56: Aus ihnen kommen die Perlen und die Korallen.

00:01:59: Welche Wohltat Neures Herrn wollt ihr denn leugnen?

00:02:03: Ihm gehören die auf dem Meer fahren, Die Hoch gebauten.

00:02:08: Wie Weg zeich'n!

00:02:10: Welche Wohtat Neure Herren wollt ihr den

00:02:12: neugnen?!

00:02:14: Jede Auf-Ihr der Erde vergeht Es bleibt aber das Antlitz Deines Herrens Das Erhabene und Ehrwürdige.

00:02:23: Welche EuD der Wohtate Neures Herren wollt Ihr denn leuchnen?

00:02:27: ihn bittet Wer in den Himmel und auf der Erde ist, jeden Tag hat er zu schaffen.

00:02:33: Welche Bohntat noch es hören wollt ihr denn leugnen?

00:02:40: Das sind die Verse eins bis dreißig!

00:02:44: Und er hat die Seine von uns aus geschmolzen.

00:03:04: Und was ist das, was Sie tun?

00:03:58: Marjah al-Bahraini yaltaqiani beinahu ma barzakhul layabaghiyan.

00:04:11: Bi ay'a lā i rabbikumā tu kathibān.

00:04:20: Yahruj minhum al lu'lu'u wal marjahn.

00:04:41: Liebe Hörerinnen und Hörern, willkommen zurück zu Bibel & Koran im Dialog dem Podcast des Stuttgarter Lehrhauses mit Karl-Josef Kuschelt.

00:04:50: Ich bin Hassan Dadelen und ich freue mich, dass Sie dabei sind!

00:04:54: Denn heute tauchen wir ganz tief ein in ein Thema dass vielleicht viele noch gar nicht so kennen, der Koran als Hörerlebnis.

00:05:03: Was passiert wenn ein heiliger Text nicht primär gelesen sondern gesprochen und gehört werden will?

00:05:10: Was bedeutet es, wenn ein göttliches Wort seinen Ursprung im Klang hat?

00:05:15: Und wie verändert das unser Verhältnis zur Offenbarung zu Religion oder vielleicht auch zu unserem eigenen Glauben?

00:05:23: Darüber spreche ich heute mit einem Mann, der wie kaum ein anderer die Verbindung von Theologie, Literatur und interreligiösen Denken ausleuchtet.

00:05:31: Prof.

00:05:32: Dr.

00:05:32: Karl Josef Kuschel.

00:05:33: Liebe Herr Kuschels schön dass Sie wieder dabei sind!

00:05:38: Herr Kussel wenn wir heute über den Koran sprechen denken viele sofort an ein gedrucktes Buch schwarzes Schrift auf weißem Papier.

00:05:46: aber sie schreiben der Koran sah eigentlich kein Buch im klassischen Sinn sondern eher eine Partitur etwas das erst lebendig wird wenn es gesprochen gehört ja performt wird.

00:05:59: Was bedeutet das konkret?

00:06:01: Wie prägt dieses Verständnis den Koran

00:06:05: von Anfang an?

00:06:10: Der Prophet hat eben gerade nicht ein fertig geschiebenes Buch in die Hand bekommen und sagen nun, das ist so sein fertiges Produkt.

00:06:37: Nein!

00:06:39: Er hat das gehört, die Offenbarungsworte gehört, durch den Erzengel Gabriel vermittelt wurden nach der islamischen Überlieferung und gibt sie mündlich weiter.

00:06:50: Daher... Heißt das entscheidende Wort ja im Koran mit Sure-Sechsohneunzig als die Offenbarung anfingen, Sure Sechsohnneunzi trag vor.

00:07:01: Im Namen deines Herrn.

00:07:03: und nicht ließ vor sondern tragt vor.

00:07:05: sprich Rezitiere in Wiederhole die Worte die dir eingegeben sind.

00:07:13: Und dass eben über Zweiunddreißig Jahre.

00:07:18: Das hatte erstens die Konsequenz, dass diese Botschaft dann auch durch das Gedächtnis festgehalten werden musste.

00:07:26: Wir haben es am Ende beim Koran mit einem Volumen von über six-tausend Einhundert Versen zu tun, die also alle zunächst einmal im Gedächnis gespeichert werden mussten um dann immer wiederholz zu werden.

00:07:42: gerade auch die Memotechnik ist das entscheidende Bein der Weikervormietung des Korra.

00:07:49: Und wenn man also keinen fixen Text hat, sondern immer nur mündlich die Botschaft reproduzieren kann, hat er seine ganz andere Funktion für die Urgemeinde und für den Zusammenhalt der Urgemeine –

00:08:01: d.h.,

00:08:01: eine litorische Funktion, die dann eben den Koran unterscheidet von vielen anderen heiligen Schriften, die sind in der Geschichte der

00:08:09: Religion.".

00:08:11: Ja, das verändert ja auch unsere eigene Haltung!

00:08:14: Denn es heißt ja, ich muss mich nicht nur inhaltlich auf den Text einlassen sondern auch körperlich emotional und auch stimmlig.

00:08:23: Das Wort wird hier nicht einfach übermittelt – Es passiert!

00:08:27: Und das ist finde ich eine sehr schöne und auch eine sehr spirituelle Idee.

00:08:31: Aber kommen wir nochmal zurück zu diesem eindrücklichen Refrain aus Suche fünfundfünfzig.

00:08:36: Welche der Wohltaten Eures Herrn wollt ihr leugnen?

00:08:40: Er kommt in dieser Suche ganz einundreißig Mal vor.

00:08:43: Für viele Leserinnen und Leser wirkt das erst einmal irritierend.

00:08:48: Passt wie ein sprachliches Stolpern, warum wird das immer wieder wiederholt?

00:08:54: Nun Wiederholung ist ein meditatives Motiv.

00:09:00: Ich unterstreiche noch einmal zunächst was Sie gesagt haben über den mündlichen Charakter.

00:09:08: Das unterscheidet eben unser Verhältnis Ob man jetzt Muslim ist oder Christ, das unterscheidet den Umgang mit dem Koran konstitutiv.

00:09:21: Denn es ist was völlig anderes, ob ich einen Lesekoran vor mir habe und das heißt also die Texte stumm vor mich hinlesen sie dann versuchen zu verstehen oder nachzuvollziehen oder ob ich sage Sprich zu mir, lass das Wort lebendig werden.

00:09:40: Daher ist das Hören des Wortes von ganz entscheidender Bedeutung.

00:09:45: Um beim Hören, um Worte dann auch behalten zu können und selber weitergeben zu können, ist die Wiederholung von ganz Entscheidender Bedingungen.

00:09:54: So wie ein Mantra, also welche Vultaren, eure Herren?

00:09:57: Wollt ihr den Leugnen in Sube-Pfiffenundfünfzig?

00:10:00: Ist quasi nicht nur wie ein Refrain sondern wie einen wie ein meditativ geradezu mystischer Augenblick.

00:10:08: Man versenkt sie, man schließt die Augen, bekommt die Schöpfungswerke Gottes präsentiert aufgezählt bis in den Einzelnen und immer wieder die Frage welcher Wohltat er nur sein wollte.

00:10:18: in den Leugnen?

00:10:19: Lai ganz eigentümlicher Satz.

00:10:21: Der setzt ja voraus eine Sprechersituation vorauss wo es diese Leugnung gegeben hat.

00:10:27: Und wir wissen der Religionsgeschichte aus der Diktation der Konflikte in Mecca Kauft man's Gemeinde dort, in Mecca an Vides geglaubt haben nur nicht das alles dem Schöpfer Gott zu verdanken ist.

00:10:41: Das heißt also indem der Koran setzt im Grunde schon die Ablehnung voraus.

00:10:46: Die Ablehnung nämlich dass wir alle unser lebendes Mädchen all ihr Leben und all ihr Wohlergehen ihrer Existenz Dem Schöpfer Willen Gottes zu verdankenden Alles ist Verdanktes Leben.

00:10:57: Und insofern er aber weiß dass viele das leugnen Demonstriert er quasi in Suhrre fünfundfünfzig, demonstriert der im Grunde eben eine Art Welterklärung.

00:11:10: Alles was ihr seht da draußen also was zur Welt gehört verdankt sich eben diesem Schöpfer und das zu leugnen wäre Blindheit nicht mehr?

00:11:19: Das ist das Entscheidende!

00:11:21: Insofern ist die Wiederholung ein Verinnerlichungsvorgang dessen Behörfsankommen mit die Kernbotschaft ist Alles Leben des Menschen ist von Gott verdanktes Leben.

00:11:34: Und das muss immer wieder eingeübt werden, eine schniffen werden, darüber muss meditiert werden und das kann man durch Wiederholungen natürlich sehr gut erreichen.

00:11:42: Im Übrigen haben wir da auch sehr starke Parallelen zur Hebräischen Bibel.

00:11:46: Wir kommen noch drauf der Psalter ist ja im Koran ein eigenes Offenbarungsbuch weil der Korate geht von vier offenbarungsschriften aus nämlich die Bibel Also die Torah für den Juden, das Ingenie des Regimes und für die Christen.

00:12:04: Den Koran natürlich für die Muslime aber auch David hat dem Psalter.

00:12:08: Sabur genannt im arabischen etc.. Und wir haben durchaus auch formale Parallelen also in der rhetorischen Strategie.

00:12:18: Also etwa ich erinnere an psalm hundred four war so ein Schöpfungspsalm wo die Schöffungswerke dem Menschen vordemonstriert werden um eben Dankbarkeit einzüben.

00:12:28: oder auch mit derselben Memo-Technik gibt es Psalm hundertsechstunddreißig.

00:12:34: Danke dem Herrn, denn er ist dütig!

00:12:36: Denn seine Hult wehrt ewig!

00:12:38: Danke dem Herr aller Götter, denn seine Holt wehret ewig aus.

00:12:42: das Einüben so schön in solcher Refranz gehört mir zur Memo Technik, gehört mir zu spirituellen Vortiefungen und ich gerade auch den Psalmen sehr vertraut.

00:12:53: und ich vermute mal da vermuten dass Mohammed auch, oder die göbliche Offenbarung auf diese Vorlagen so zusammenzuwenden.

00:13:02: Ja ich finde das sehr beeindruckend weil es auch bedeutet der Koran arbeitet mit mir während ich ihn höre.

00:13:08: er will nicht nur verstanden sondern verinnerlicht werden und durch die Wiederholung geschieht etwas mit mir.

00:13:13: Ich werde erinnert zurückgerufen und neu sensibilisiert.

00:13:19: Manchmal erinnert mich das fast auch an ein musikalisches Motiv, wie in einem Chor der einen Ruf ständig wiederholt bis er sich im Innersten fest setzt.

00:13:28: Und gleichzeitig stellt dieser Refer ja auch eine rhetorische Frage – fast dein Aufruf!

00:13:33: Hörst du mich wirklich?

00:13:35: Nimmst Du das Gute wahr, dass Dir wieder

00:13:37: fährt?!

00:13:38: Könnte man sagen, dass die Wiederholung im Koran eine pädagogische Strategie Gottes ist?

00:13:43: Zwei Bloß.

00:13:45: Sie unterstreichen das Wort Gottes nicht und wenn wir ja immer davon ausgehen nach muslimischer Auffassung, dass das unmittelbares Wort Gottes ist was dort wiederholt wird dann kann man sagen Gott ist eigentlich auch ein.

00:13:59: dieser Schöpfergott ist auch ein großer Retoriker so wie er da auch ein großen Dramaturk ist.

00:14:06: Wir werden ja über die Die großen biblischen Figuren, die im Koran eine Verwendung gefunden haben, dann noch auswürdig sprengen.

00:14:13: Aber hier achten wir jetzt auf die rhetorische Strategie.

00:14:18: Unsere rhetorischen Strategie gehört natürlich auch die Lauton.

00:14:22: Gehört der Rhythmus, gehört die Reimung am Ende – nicht nur der Koran, aber die Sprache, die der Korang benutzt ist ja eine Verssprache.

00:14:31: Unrückmisierte Versprosa nennt man das mit jeweils einem gleichlauten Entreim!

00:14:36: Also beide zwei Zeilen enden immer mit dem selben Reim.

00:14:41: Sie können sich hier vorstellen, wie schwierig das ist in einer fremden Sprache zu wiederholen.

00:14:46: aber das macht ja die große auch Kunstfertigkeit des Koran aus.

00:14:50: So dass man ja gesagt hat es eigentlich eine Wunde des Korans ist eigentlich, dass es den Koran gibt als ein Sprachereignis.

00:14:58: also mit anderen Worten wenn wir als Nichtmuslime und auch als Deutschsprachie Wir sind in doppelter Hinsicht vom Koran empfremdet, wir sind nicht Muslime und wir sind deutschsprachig.

00:15:12: Wenn wir den Koran hören müssen wir diese Dinge mit berücksichtigen nämlich die rhetorische Strategie, die dramatrische Strategie Die Rollenwechsel, die wir innernennen und Sprecherwechsel haben.

00:15:29: zum Beispiel eine der deutschen Übersetzungen die ich gerne benutze ist die von Hans Zirka.

00:15:33: Da wird diese Zeile, welche Bulltart Neurushirn wollt ihr den Leuchten eingeschoben.

00:15:38: Kommen Sie wie eine zweite Stimme?

00:15:41: Also der Text soll eben bewusst mal, dieser Aufbau, diese schon grafische Struktur, dort die man... da gibt es zwei Stimmen, die sich abwechseln.

00:15:52: Schon im Koran selber eine Stimme, die beschreibt oder eine diskretive Stimme Und eine Stimme, die den Refrain wiederholt.

00:15:59: Die ist dann die Porte immer

00:16:00: wiederhohlt.".

00:16:01: Das heißt also das ist schon vom Sprecherwechsel her ein äußerst rhetorisches so dramatisches Gescheht und das müssen wir berücksichtigen wenn wir den Koran verstehen wollen in seinem Ursprung auch in seiner Wucht, in seiner sprachlichen rhetorischen Wucht die es nun mal für Muslime hat.

00:16:20: Wenn man das nicht berücksichtig wird im Grunde ein Fades Kompendium von inhaltlichen Aussagen und hat also mit dieser ursprünglichen Gestalt, die der Koran ihr aufweist für die Erstehörer überhaupt nichts mehr zu tun.

00:16:35: Das müssen wir wieder gewinnen!

00:16:36: Auch in fremden Sprachen müssen mir diese gesetzlichkeiten, diese klanglichen rhetorischen dramaturische Gesetzlichkeiten wiedergewinnen um die urspründliche Schönheit und Kraft der koranischem Botschaft auch estimieren zu.

00:17:00: Ja, das heißt ja dann die Wiederholung ist nicht zu viel sondern eigentlich genau das was sie brauchen.

00:17:05: Nicht nur einmal hören, sondern immer wieder bis es sich einträgt tief

00:17:11: innen.".

00:17:13: die man weitergehen konnte.

00:17:19: Viele waren Anhaltsverbeten?

00:17:21: Viele

00:17:21: waren auch Anhalte verbeten, das heißt sie kamen zu litorischen Gebetsversammlungen und zusammen meistens des Nachts.

00:17:29: wir haben im Koran viele dieser Hinweise dass sie des nachts zusammenkam also die Rede von der muslimischen Urgemeinde die sich ja zum Teil auch verbärden musste vor der repressive Mehrheitsgesellschaft in Meckern.

00:17:43: dort hat man dann zusammengesessen und diese Rezitation vorgenommen und dann als Rettzitation weitergegeben.

00:17:50: Und das schweißt natürlich eine Gemeinschaft ganz intensiv zusammen, wenn man weiß dass jetzt unsere Botschaft die müssen wir behalten.

00:17:59: Die müssen wir internalisieren.

00:18:01: Die wissen wir sozusagen vertiefen indem sie eben ein üben und einen wiederholen und immer wieder vortragen.

00:18:08: also insofern ist auch dieser Ursprungscharakter des Koranes seine mündliche Botschaft für das Verständnis des gesamten Koran konstitutiv und unterscheidet sich eben vom heutigen Umgang, wie wir meinen.

00:18:21: Wir müssen nur inhaltlich lesen, indem wir das Koran als Buch aufschlagen.

00:18:26: So war es ursprünglich überhaupt nicht gemein.

00:18:29: Und damit geht eine entscheidende Dimension

00:18:31: verloren.".

00:18:32: Was ist das?

00:18:34: Wir sind ja jetzt beim Thema Bibel und Koran im Dialog jetzt mittendrin auch.

00:18:39: Und Sie haben es früher angesprochen, die parallelen so jüdisch-christlichen Liturgie.

00:18:44: Können Sie das nochmal vertiefen?

00:18:46: Auch Zug auf den Psalter?

00:18:48: Ja also wir haben gar nicht die Parallelen sozusagen der torsche Art aber auch innerliche Art.

00:18:59: Es ist ja mit dem vielen unserer Zuhörer und Zurer gar nicht so bewusst, dass eben diese vierte Offenbarungsschrift im Koran auswürdig affimiert wird.

00:19:08: Der Psalter von David – das ist auch interessant!

00:19:11: Also kein Prophetenbuch wird genannt.

00:19:15: Von den großen Corporas der hebräischen Propheten, Jesaja, Yeremia

00:19:22: etc.,

00:19:22: davon werden im Koraz nichts genannt.

00:19:25: es wird auch nichts von den Geschichtsschriften genannt abmerkwürdigerweise der Psalton genannt.

00:19:35: Mir ist auf nach vielen Jahren Studium noch nicht so klar, warum das für den Koran – also auch für den Verkünder selber, für den Propheten selbst eine solche Rolle gespielt hat?

00:19:48: Das muss er offenbar erkannt haben, dass das für die Gebetspraxis von Juden und Christen auch eine ganz entscheidende Rolle gespielt hat.

00:20:00: Hinzu kommt als Schwierigkeit, dass der Koran uns leider nicht den Gefangen tut.

00:20:05: Nicht da einige direkte Zitate aus dem Psalter aufzunehmen so das wir einen Hinweis haben ein Fingerzeug haben, aber ja das ist gemeint!

00:20:14: Wir können also nur durch Textvergleiche analogisch strukturen sowohl in der Rhetorik wie auch im Inhalt.

00:20:21: und da fällt vor allen Dingen ins Auge, Der Psalm dafür ist auch ein Schöpfungsspsein.

00:20:32: Da wird das Schöpfungslob sozusagen, Teile für Fers öffentlich rezitiert.

00:20:40: Auch mit dem Tenor, dass das alles Werkel des Schöppfergottes sind und dem wir das alles dem Menschen verdanken.

00:20:49: Sowohl die kosmischen Gestirne Erde Himmel Mond Sterne

00:20:55: etc.,

00:20:55: als auch das was im Kleinen geschieht der Ackerboden, die Ernte, die eingefahren wird etc.

00:21:03: Das Wohlergehen jedes einzelnen Menschen, all das wird ja als großer Psalm, als Dankhymnus sozusagen an den Schöpfer Gott gerichtet.

00:21:13: und eines habe ich schon erwähnt, dieser Psalmen-Hundertsechstundreißig wo die Hult des Herden immer wieder holt wird als Refrain.

00:21:24: Der dieselbe Idee dem Menschen wird das Panorama der Schöpfung klar gemacht und bewusst gemacht.

00:21:33: Und das wird eingeübt als ein Zeichen der Dankbarkeit für die Hult, über die Gnade, für das Geschenk, dass man von Gott

00:21:41: erfährt.".

00:21:42: Das sind viele inhaltliche Parallel.

00:21:44: Ich wünschte mir Bibelkommentare, die eben nicht nur gewissemassen innerjüdisch- und innerchristlich die Wirkung ans Geschick aufnimmt sondern eben auch die Koranischen Parallelen.

00:21:59: Ich wüsste noch nicht, dass es einen großen Psalmen-Kommentar gegeben hat von Arabisten und Allister Medna zusammen, der uns klar macht wie viel gerade die Gebetssprache des Psalmens im Sinne von Gotteslob, Gottesgericht und sozusagen Gottes Fürsorge.

00:22:18: wie viele da gemeinsam?

00:22:20: Nee, das ist wirklich ein sehr spannender Punkt den Sie hier aufgreifen.

00:22:23: Gerade diese Parallellen.

00:22:24: und da kann man ja wirklich sagen dass gerade in den heiligen Büchern aller Religionen die Wiederholung nicht nur ein Zeichen von Armut der Sprache im Gegenteil sondern ein Zeichnen von Fülle oder auch liturgischer Tiefe.

00:22:44: Welche Wohltan und Resern wollt ihr denn leugnen?

00:22:47: Ja, ist es doch gegen die Gerichte, die da ständig leugnenden.

00:22:50: Also mitten vorhin der Schöpfungslober, die Schöpfungsdankbarkeit also die Einübung in Schöppungsdunkbarkeit war ein ganz starkes, koranisches Motiv.

00:22:59: Ist ja eben gar nicht selbstverständlich.

00:23:01: Er konnte nicht davon ausgehen, der Prophetin seiner Verfügung, dass alle sagen, ja, ja kennen wir schon alles in Ordnung.

00:23:08: Wir glauben dasselbe.

00:23:09: nein er musste sich gegen diese Front der Leugner Also der leugner dessen, dass die Wohltaten, die man erfährt als Mensch.

00:23:17: Wenn man immer als Mensch in dieser Welt lebt ein Gottesgeschenk sind, Gottes Gnade entsprechend Gotteswohltatensinn.

00:23:23: Das theozentrische Gott aus der Ursprung sozusagen dieser Gaben das musste offenbar affimiert werden weil es eben nicht selbstverständlich ist und das muss heute auch affimierend wird.

00:23:34: wir leben ja heute sozusagen in einer postkoreanischen Zeit.

00:23:40: Die Zuhörer in Mecca damals, Mecca und später Medina lebten in einer prä-koranischen Zeit.

00:23:46: Also die waren ja noch heitnisch sozusagen pagansozialisiert.

00:23:50: Wir leben in einer postkoranischen aus postbiblichen Zeit wo wir vor lauter Naturwissen im Materialismus auch diese Dimension der Schöpfungsdampenkeit vielleicht wieder neu lernen müssen dass alles nicht selbstverständlich ist obwohl wir technisch was alles herstellen können Und alles sozusagen durchaus auch wieder verstanden werden darf und sollte als Ausdruck der Langbarkeit, die der Mensch für Gottes Wohltat.

00:24:18: Richtig!

00:24:21: Nun machen wir wieder einen Ausblick in die Literatur.

00:24:24: Jetzt haben Sie in Ihrem Buch ja auch eindrucksvoll beschrieben wie deutsche Dichter und Denker den Koran nicht nur als heiligen Text betrachtet haben sondern auch halt sein poetisches Kunstwerk.

00:24:36: Was waren das für Persönlichkeiten und wie genau sind sie an diesen Text herangegangen?

00:24:41: Ja, das ist ein ganz spannendes eigenes Kapitel.

00:24:44: Man könnte sagen deutsche Koranübersetzungen bis Ende des achzehn Jahrhunderts waren im Grunde nichts anderes als Brosa-Parafasen.

00:24:54: Ich sage ja der Koran hat eine ganz eindümliche Fersstruktur nämlich unrhythmische Luzanz fersartige Prosa, die aber mit einem Endreim enden.

00:25:12: Das ist in einer anderen Sprache fast nicht darstellbar.

00:25:15: Fast nicht darstellbar!

00:25:17: So haben sich die meisten Übersetzungen – Deutschsprach und Übersetzung bis Ende des achtzehn Jahrhunderts – mit einer Prosa-Para-Phase begnüht.

00:25:26: das Tun übrigens heute auch noch eine ganze Reihe von Übersetzungen, die eben nicht sozusagen die Fersstruktur nachbilden wollen und an dem Polyphonen-Charakter vieler, sondern einfach den Inhalt reparieren.

00:25:42: Damit geht eben eine entscheidende Dimension verloren.

00:25:45: Aber der erste Deo – man kann Buda Ibizan dafür ein Gespür hatte, dass man mit dem Koran sprachlich auch im Deutschen anders umgehen muss und das man sozusagen eine Annäherung versucht nicht nur an den Inhaltsern in die Sprachform war der große österreichische Orientalist Josef von Hammer Puchstall.

00:26:06: Der ist deshalb von überragender Bedeutung, weil niemand anderer als Johann Wolfgang von Goethe von ihm angeregt wurde den Divalen des Mohamad Shemsistin Hafis aus dem vierzehnjahrhundert zu studieren und sich von ihm anregenzulassen so einem eigenen interkulturellen und interriliösen großen Gedichtzyklus nehmt im Wesers wie in Divan.

00:26:33: während eines Kurauventaltes von seinem Tübinger Verleger Cotta die zwei Bände der hammerischen Übersetzung des Divan von Hafiz in die Hand bekommen und sofort ist er poetische Funke übergesprungen.

00:26:46: Von Hammerburgsrat gibt es auch eine Koral-Übersetzung, allerdings nur eine Tei-Üersetzung.

00:26:52: Und die Prinzipien, die er aufgestellt hat und die dann für Goethe maßgebend waren, sind bis heute nicht überholt.

00:27:01: Schlüsseltext wohnen, mit dem Josef von Hammer Puchstall im der Wiener Orientalist seine Übersetzungsprinzipien einmal niederbelegt hat.

00:27:13: Und zwar im Jahre eighteenhundert.

00:27:15: ehef Der Koran ist nicht nur des islams.

00:27:19: gesetzbuch schreibt Joseph von hammer puchstallen wie sagt er die waren und später koran übersetzer von dem Goethe sozusagen alles übernommen, von dem goethe so sehr ungemein profitierte für seine eigenen Dichtung.

00:27:31: Der Koran ist nicht nur des islames Gesetzbuch sondern auch Meisterwerk arabischer Dichkun.

00:27:37: Nur der höchste zauberne Sprache konnte das Wort des Sohnes Abdalas oder Mohamads stempeln als Gotteswort.

00:27:45: In den Werken der Dichkun spiegelt sich die Gottheite des Genios ab.

00:27:49: Diesen Einhauch und Aushauch der Gottheit beteten die Araber schon vor Mohamed in ihren großen Dichtern an, deren Gedichte mit göllenden Buchstaben geschrieben an der Kaba als Gegenstände der allgemeinen Verehrung aufgehangen waren.

00:28:05: Mohammed Utajochte seien Volk weniger durch das Schwert als durch der Redekraft.

00:28:10: Das lebendige Wort die sieben Göttlichen an der kaba-aufgehangenen Gedichte weit hinter sich zurückließ konnte nicht die Frucht menschlicher Begeisterung.

00:28:20: es muss dem Himmel gesprochen und geschrieben sein von Ewigkeit

00:28:23: her.".

00:28:24: Daher ist der Koran Gottesboot.

00:28:26: Die treuest Übersetzung davon wird sein, welche nicht nur den Geist sondern auch die Förderung darzustellen versucht.

00:28:35: Nachbildung der Rede durch Rhythmus und Schall ist unerlässliche Bedingungen der Übersetzung eines Lichtwerks.

00:28:42: Der rügste Zauber arabischer Poesie besteht nicht nur in Bild- und Bewegung Sondern vorzüglichen des Reimes Gleichklang der für Arabisches Ohr warre Serenen Ton ist.

00:28:52: Um also den poetischen Gehalt des Koran so betreuer als möglich auszumünzen, muss die Übersetzung mit dem Originade nicht nur gleich in Schritt sondern auch gleich im Ton halten.

00:29:05: Die Endraime der Verse müssen in Reimen übertragen werden was bisher in keiner uns bekannten Übersetzungen geschehen und wie keine europäischen Sprache getreuer geschehn könnte als in der Deutschen.

00:29:18: Hammerburgster haben uns leider nicht den gefallen geteiligen Nazi-Koran zu übersetzen, genauso wenig wie dann derjenige große Projet und Dichter.

00:29:27: Und Sprachwissenschaftler, der dann den Koran entsprechend diesen Prinzipien von Hammerburgstar in den fünftiger, sechstiger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts übersetzt hat, nämlich Friedrich Rückert bis heute unerreichtedahlen Denn er ist der Erste, der wirklich versucht hat die auch die Sprachform des Koran im Deutschen zu übertragen.

00:29:52: Was natürlich nur gelingt wenn man auch die deutsche Grammatik entsprechend so biegt dass dann zum Beispiel der Entreim auch hörbar wird und auch der Rhythmus hörbar werden

00:30:02: etc.,

00:30:04: aber bis heute ist Rückots Koran-Übersetzung beispielsweise los.

00:30:09: Niemand hat ihn bisher erreicht Aber auch er hat uns leider nicht den Gefallen an die Koran als Ganzen zu übersetzen.

00:30:18: Aber seit den achtziojahren gibt es die Teilübersetzung, die er hier verlassen hat und das immerhin glaube ich drei Viertel des Korans ist von ihm übersetzt worden.

00:30:30: Die Rechtsprechung also die Verse, die sich auf eine Rechtsordnung beziehen hatte weggelassen.

00:30:36: Also daran kann man messen Was es bedeuten kann, wird dem Original einigermaßen nahezu kommen in einer fremden Sprache.

00:30:44: Das ist nur Friedrichs Müllung und heute auch anderen nur annäherungsweise.

00:30:50: ich nenne Hans Zierker in der Habut Bobzin.

00:30:54: das sind zwei neuere Übersetzer die sich bemühen sozusagen diesen Klang um die Formen des Koran mitzutrassen.

00:31:03: Ja spannend!

00:31:04: Das zeigt ja auch außerhalb des islamischen Raumes gab's Menschen die sich wirklich in diesen Text hineingehört haben, die nicht nur analysiert sondern fast militativ gelesen haben.

00:31:16: Nicht als theologischen Beweistext, sondern als Sprachkunstwerk.

00:31:21: Spannend!

00:31:22: Aber nochmal zurück zu Friedrich Rückert.

00:31:26: Er war jetzt nicht nur ein Orientalist, sondern auch ein Lyrica Ein Mensch der mit Sprache fühlend umgegangen ist.

00:31:32: Was war sein Ansatz?

00:31:33: Warum gilt gerade seine Übersetzung als einer poetischsten Annäherung an den Koranen?

00:31:38: Nun,

00:31:38: Rückwahl war zunächst einmal ein großes Schwach.

00:31:42: Ich hatte ja dann eine Professorin in Erlern, wechselte nach Berlin wo er hochgeheiert wurde weil er eben über die Fähigkeit verfügte, mehrere Sprachen auch sehr uns fremde, dem deutschen fremden Sprachen zu beherrschen.

00:32:03: Dazu gehörte Farsi, dazu gehörten Urdu und das Chinesische.

00:32:09: Er hatte einen fassungslos und staunen machende Fähigkeiten in den uns entferntesten Sprachen Entdeckungen zu machen und auch Übersetzungen vorzulegen.

00:32:24: Und gerade weil er das und, er war natürlich ein Mann des eigenen lyrischen Werkels und auch epischen Werkes.

00:32:34: Denken Sie dass die Kindertotenlieder, die er geschrieben hat nach dem Tod von zwei seiner jungen Kinder später von Gustav Mahler vertont wurden?

00:32:44: Das ist dieser Rückgrat der die kindertoten Lieder gedichtet hat, deren Teile dann eben Mahler später verdichtet hat!

00:32:52: Drückert hatte eben erkannt aufgrund deiner Schwachkenntnis Beherrschung des Arabischen, dass man einem Kunstwerk wie dem Koran im besten Sinne des Wortes auch einen Kunstwerk will im Koran in Gewalt antut.

00:33:08: Wenn man es auflöst in langweilige paraphrasierende Beschreibungen, Umschreibungen

00:33:14: etc.,

00:33:15: Man muss sich schon bemühen die Kraft und die Wucht den Rhythmus, also auch die Bildersprache, die dramatische Bilderssprache des Koran im Deutschen annähernd hörbar zu machen.

00:33:27: Nur dann wird man ja als Übersetzer seiner Aufgabe gerecht nicht nur innerlich korrekt zu übersetzen sondern eben auch die Fremdheit und die Faszination dem Zauber der Sprachlichen das Anders sprachliche Kunstwerke transportierbar zu haben.

00:33:46: Demat rückert sich verschrieben.

00:33:48: Und das ist ihm auch gelungen, denn bis heute ziehe ich seine Übersetzung immer wieder als Beispiel heran wie das gehen kann um das arabische Original einigermaßen höherer.

00:34:01: Ja vielleicht werden wir die Show Notes nochmal eine Verlinkung zur Rückkehr ins Koranübersetzung noch mal einbringen für sie liebe Hörerinnen und Hörern.

00:34:10: Und nochmal zu Goethe!

00:34:13: Sie haben es gesagt, sein westöstlicher Divan gilt ja bis heute als der meiste Werk des kulturellen Dialogs und ich weiß dass sie sich nochmal ganz speziell mit Goethe beschäftigt haben.

00:34:24: Aber vielleicht noch mal in einer Kürze, vielleicht machen wir dazu eine ganze Folge.

00:34:28: aber was hat Goetha am Koran so fasziniert?

00:34:31: Und wie hat er ihn rezipiert?

00:34:34: Nun zunächst wissen wir geschichtlich das Goet he schon in sehr jungen Jahren also in den siebzigerjahren Dort sind ja die Anfänge seiner Dichtungen zu terminieren, also um den Werter herum.

00:34:52: Das ist ein berühmtes Erstlingswerk der Werter.

00:34:56: Er hat schon wohl durch Johann Gottfried Herder angeregt sich für den Koran zur Interessierung begonnen.

00:35:06: Eine merkwürdige Fügung will es dass im Jahr In Frankfurt ein lutterischer Theologe, den Koran aus dem Arabischen übersetzt hat.

00:35:19: Den wegen sogar mega-linchen Koranen.

00:35:22: Goethe hat ihn rezensiert diesem Koran und nicht wissen dass dieser Mega-Lin als sozusagen Frankfurter Lehrer gleich in der Nachbarschaft seines Elternhauses gebucht.

00:35:32: Nicht amirskraben zu sagen.

00:35:35: Und Goet he hat schon gleich erkannt in einer ersten Rezension dass das ein minderwertiges Sprachwerk ist.

00:35:48: Also er hat weniger jetzt sich innerlich damit auseinandergesetzt, sondern gleichgespürt, das kann dem Koran nicht gerecht werden – diese trockene Prosa in der es vorgetragen wird.

00:36:02: Das kann sozusagen dem Originalen nicht entsprechen und deshalb hat er sich nach anderen Dingen umgesehen denn er plante Mitte der siebziger Jahre ein Drama um den Prophet Muhammad.

00:36:14: Und beruhend auf dieser emegerlinischen Übersetzung, das war ja die ICS-I jequellenwerk was er hatte und da er keine Arabisch sprach, war er darauf angewiesen wenigstens eine Ahnung von dem Inhalten des Kohan zu bekommen.

00:36:28: Wir haben Entwürfe von der Tragödie Mahomet von Goethe sind noch vorhanden, also die sind auch auf uns gekommen.

00:36:42: Er hatte eine tragödige geplant um die große gestaltete Propheten.

00:36:48: Dann hat er sich weiter mit dem Koran immer wieder beschäftigt, gelegentlich aber natürlich.

00:36:53: der Höhepunkt war dann als aus den Achtzehnhundertvierzten wieder überhaupt ein arabisches Sprachli über versichsprachliches Quellenberg, was ja muslimisch im Welt gestoßen war, nämlich Josef von Hammerburg-Stalls Übersetzung des Koran aus dem arabischen Original.

00:37:12: Da beginnen seine Koran-Studien wieder intensiv zu werden und er hat aus einzelnen koranischen Motiven, hat er dann eigene Texte getichtet.

00:37:25: Ich denke an einen Text aus Ure II Gottes ist der Orien, Gottes ist der Occident.

00:37:30: Nord- und Südliges Gelände wurde im Friedens an Erhinde eines der Vierzeiler das direkt zurückgeht auf eine Stelle in Suche zwei, wo eben auch die Allpräsenz Gottes in der Schöpfung gelogen wird.

00:37:44: Und so gibt es eine ganze Reihe von Anspielungen auf den Koranen, die zeigen wie intensiv er dieses Buch wahrgenommen hat.

00:37:51: Ich habe dann in einem eigenen Buch Goethe und der Koran vor zwei Jahren erschienen dass alles aufgearbeitet und unsere Hörerinnen können sich da gerne weiter informieren.

00:38:02: ich bin all den Spuren nachgegangen die zeigen, wie intensiv Goethe koranische Motive in seine eigene Lyrik eingebaut

00:38:11: hat?

00:38:12: Ja auch dieses Buch verlinken wir gerne in Show Notes.

00:38:16: Aber das ist wirklich sehr interessant!

00:38:18: Ich glaube nicht nur unsere deutschen Hörerinnen und Hörern, auch muslimischen sowieso nicht können sich gar nicht vorstellen dass Goetha ein Symbol deutscher Klassik den Koranisch als fremd oder exotisch betrachtet hat sondern als eine Quelle der Inspiration.

00:38:34: Er hat sich hineingegeben in diesen Klang, diese Dichte auch in die spirituelle Kraft.

00:38:40: Ja und nochmal im Blick zu heute gibt es auch in unserer Zeit Stimmen, die den Koran literarisch-poetisch auf Deutsch erschließen?

00:38:52: Er hat in mehreren Veröffentlichungen darauf hingewiesen, dass es gilt – ich sage's mit meinen Worten – der solche des Inhaltismus.

00:39:16: Der Marotte des Inhaltismus endlich eine Absage zu erteilen.

00:39:20: Also eine heilige Schrift eben nur nach Inhalten abzusuchen um sie dann möglicherweise auch noch abzuqualifizieren weil man diesen Inhalt nicht einverstanden ist und alles andere vernachlässigt.

00:39:34: Er hat mir ein Bewusstsein dafür verschafft in einem einer großen Reden, dass man den Koran eben als Partitur verstehen muss im Sinne von Vortrag, von rhetorischen Stilmitteln, vom dramatorischem Aufbau

00:39:52: etc.,

00:39:52: und dass das mündliche vorgetragen wird also das Höhererlegnis Klang-und-Höhereignis konstitutiv zum Verständnis des Koranen dazuhört, auch für nicht muslimische und nicht arabischsprachgehörige.

00:40:06: Er hat ja sogar davon gesprochen – das sind die Grenzformulierungen aber nachdenkenswert – die Rezitation des Korans sei eine Art sacramentarner Vorgang.

00:40:18: Nun ich verstehe als katholischer Theologi etwas von Sakramenten also mit Annamon Zeichen sozusagen göblicher Nähe ganz besondere zeichengöbliche Nähe Und er hat das auch durchaus, also Kermani damals an dieser Stelle vom sacramentalen Vorgang die zu den Koran-Rezitationen als sacramentaler Vorgangsprach auf die Parallele zur Eucharistie hingewiesen.

00:40:40: So wie für Christen sozusagen die Einverleibung des Brotes, sozusagen als verwandter Leib Christi, sozusagen eben eine Ein-, auch ein Einverlebung ist sozusagen wirklich in diesem Sinne auch eine Eingehen sozusagen in die Tiefe des Menschen, so auch bei der Koranischen Rezitation.

00:41:02: Denn man hört ja im Koranische Wort Gott selber, indem man Gottes Wort selbst in seine Sprache hinein nimmt, in seinen Körper gewissermaßen hinein, seinen Körper zum Klangkörper macht.

00:41:16: Ist das ein vergleichbarer Vorgang?

00:41:17: Mir war es deshalb so wichtig, weil wir in solchen Kategorien als Nichtmuslime Und als nicht arabischsprachige überhaupt nicht denken.

00:41:26: Wir lesen wie gesagt in den Koran, inhaltlich bestenfalls wenn wir ihn überhaupt lesen und merken gar nicht welche große spirituelle Kraft allein im Vorgang der Rezitation steht steckt was durchaus eben mit dem Wortlaut mit dem was Koran Kermani mein einem sacramentalen vorgang vergleichbar ist etc.

00:41:48: Also mit anderen Worten der Koran will will ja das Wort Gottes, will nicht nur informativ weitergegeben werden.

00:41:55: Kognitiv-informativ weitergehen wird als Botschaft verinnerlicht und dann weitergegen werden.

00:42:02: Man sollte seinen ganzen Leib dafür, seinen ganzen Körper aus seinem Klangkörper dafür einstehen können.

00:42:09: Ich glaube es ist genau der Weg den wir heute brauchen.

00:42:11: Ein Zugang, der den Koran nicht nur dogmatisch liest sondern höheren fühlend und auch mit Respekt Denn das führt dann wirklich nicht in Diskussion, sondern auch in Instaunen.

00:42:22: Aber von Kermani gibt es ja keine Koranübersetzung?

00:42:24: Gibt es eine Zeit?

00:42:25: Danke, Koran Übersetzung!

00:42:27: Ich weiß, dass Ahmet Millakarimi ja schon vor Jahren für fünf, sechs, sieben Jahre mal eine erste Koran-Übersetzung vorgelegt hat.

00:42:36: Die ist nur eine Annäherung, glaube ich an das Ideal was sich gerade von Hammock Boxer leer beschrieben haben und das er auch kennt.

00:42:43: Da ich intensiv mit ihm zusammen arbeite den Kollegen aus Münster für islamische Philosophie und Mystik weiß ich, dass er weiter an Koran-Übersetzungen arbeitet um eben sozusagen eine Mischung aus heutiger Sprachformen und Rückhochscher sozusagen Sprachsensibilität zu erreichen.

00:43:05: Das ist bis jetzt noch nicht gelungen ein neuer Rückhocht bisher noch nicht erschienen.

00:43:10: aber da muss das ideal sein so muss der Maßstab sein Und vielleicht ist Achman Milakarimi der Mann, der uns einen solchen Koran einmal schenken will.

00:43:20: Die Voraussetzung dafür hat er alle.

00:43:23: Inschallah!

00:43:25: So und jetzt nochmal zum Abschluss ein wenig ins Problemische.

00:43:29: also wenn der Koran jetzt so poetisch klingt liegt es da nicht nahe dem Propheten einfach für einen begabten Dichter zu halten?

00:43:37: Wie habt ihr Koran selbst auf diesen Fraubofrägen?

00:43:39: Das regt nicht nur nahe.

00:43:45: Daher habe ich relativ lange gebraucht, bis ich verstanden habe.

00:43:49: warum wird der Prophet nachdem er ja ein solches Kunstwerk vorgetragen hat.

00:44:02: Warum wird er polemisch ab sich als Dichter zu bezeichnen?

00:44:06: Ich bin kein Dichtler oder zu euch ist kein Dichte gekommen.

00:44:11: Warum ist das Wort Dichter so negativ besetzt im Koran?

00:44:14: Ja nun, dass hat mit dem zu tun was ja Rückort in die Zitat ja angedeutet hat.

00:44:20: Es hat ja alte arabische Dichte gegeben.

00:44:22: deren Verse hingen ja in goldenen Lettern sozusagen ursprünglich an der Kaba.

00:44:28: Derfalls große poetische Gestalt und Dicht ergallten gewissermaßen in der Al-Arabischen Kultur als inspirierte Begnadete geradezu ecstatisch begnadet Also deren geistiges Genie, diese Versa hervorgebracht hat.

00:44:46: Eine Art von Geniekult um die Dichte.

00:44:50: Das musste für den Propheten eine tödliche Vorwurf sein, muss er sein?

00:44:56: Weil er behauptet, er bringt mit der kolonischen Botschaft nichts Erdichtetes nicht einfach was seinen Einfällen entspricht was er größermaßen mit seinem Genie produziert hätte, sondern ergibt das Wort Gottes weiter.

00:45:14: Daher musste er einen scharfen Unterschied machen zwischen Prophet, der das Wort Gottesgetreu überliefert und Dichter, der seine eigenen Erfindungen vorträgt.

00:45:25: Also mit anderen Worten, der musste sich vor dem Vorwurf in Schutz nehmen, der ihm ja auch gemacht wurde.

00:45:30: Er sei nur ein Erfinder.

00:45:32: Der will nur seine eigenen Ideen davor tragen die er niemand hören will und niemand hören wollte.

00:45:38: Also daher musste er sie abgrenzen, weil er eben ein dichter Ideal in seiner Umwelt vorfand, dass den Dichter als eine Art eigenes Genie aus eigener Vollkommenheit betrachtete.

00:45:50: Da muss der sich scharf abgrenzend damit.

00:45:52: er sagt ich komme nicht mit einer Dichtung sondern ich komme mit Wahrheit.

00:45:55: Das ist interessant denn der Koran positioniert sich selber.

00:46:00: Er benutzt die Mittel der Dichtungen aber er isst keine.

00:46:04: Das ist ja selbstverständlich.

00:46:06: Das haben Sie völlig direkt auf diese Formel gebracht, wobei natürlich die Paradoxie eben gerade darin besteht dass das höchste Kunstwerk oder das beste, brillanteste, perfekteste Kunstwerk in arabischer Sprung des Dekors.

00:46:21: Ja genau!

00:46:23: Ja liebe Herr Kuschel ich danke Ihnen von Herzen für dieses unglaubliche reiche Klangvolle heute auch und tiefgehende Gespräch.

00:46:31: Ja, und ich muss sagen für mich war das heute mehr als nur eine Intellektuelle Auseinandersetzung.

00:46:37: Es war wieder auch eine sehr spirituelle Erfahrung!

00:46:40: Was ich mitnehme der Koran ist mehr als ein heiliger Text.

00:46:44: er isst einen Klangkörper haben sie gesagt, ein sprechender Raum, ein Resonanzraum Gottes Eine Stimme die nicht verstummt und die bis Heute in unser Innerstes sprechen kann.

00:46:56: ja wenn wir bereit sind hinzuzuhören.

00:46:59: Er will nicht nur verstanden werden, er will gehört werden mit offenem Herzen, mit innere Aufmerksamkeit und mit Geduld.

00:47:06: Liebe Herr Kuschel was würden Sie sagen?

00:47:08: Was bleibt für sie persönlich nach dieser gemeinsamen Reise durch den Koran als Klangoffenbarung?

00:47:15: Nun es war ein Wunsch der mir leider bis jetzt versagt wurde Arabisch zu können aber das war erst für mein nächstes Leben vorgesehen.

00:47:24: also ich möchte dass auch so sprechen können, wie der Koran es vorgibt.

00:47:30: Um die Prinzipien dann auch selber anzuwenden und zu verinnerlichen, die ich entwickelt habe.

00:47:35: So bleibt mir nur immer wieder auch dem Arabischen Original zu lauschen mich zu öffnen dafür Und nicht sofort seine Übersetzung zu greifen Dann auch erstmal den Klangkörper auf mich werben zu lassen Also ein Ineinander von Intonisation des Korans in originaler Sprache und gleichzeitig nach die Übersetzung, die es mir möglich macht.

00:47:57: Dann natürlich auch die Botschaft noch besser zu

00:47:59: tun.".

00:48:01: Vielen Dank für diese bewegenden Worte Herr Kuschel!

00:48:03: Und auch das sie so offen war.

00:48:05: Ich glaube, die Episode macht uns Mut den Koran nicht nur als Text für Muslime zu sehen sondern als einen spirituellen Impuls der auch im interreligiösen Gespräch wie wir heute gesehen haben eine große Rolle spielen kann.

00:48:18: Vielleicht besteht eine der größten Herausforderungen unserer Zeit darin wieder zuzuhören, einander den eigenen Traditionen dem Fremden und vielleicht ist genau das der erste Schritt zum echten Dialog.

00:48:30: Und auch Ihnen danke ich liebe Hörerinnen und Hörern!

00:48:33: Vielleicht haben Sie Lust bekommen den Koran einmal anders zu begegnen – nicht nur durch eine Seite sondern durch den Klang.

00:48:41: Bleiben sie neugierig bleiben sie offen und bleiben sie mit uns im Gespräch.

00:48:45: Salam Shalom Friede Und bis zur nächsten Folge!

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